im moment sein: improvisation in der psychotherapie

Beschreibung

Das Improvisationstheater in seiner schönsten Form bringt  Geschichten aus dem Moment heraus auf die Bühne und hinterlässt beim Zuschauer den Eindruck es handele sich dabei um Zauberei. Dem Publikum fällt es oft schwer zu glauben, dass die oft so natürlich anmutenden Szenen  aus dem Stegreif entstanden sein sollen. 
Um diese Wirkung zu erreichen bedarf es eines intensiven Trainings, für das in der Improvisationsszene in den vergangenen 40 Jahren eine Fälle von Übungen und Strategien entwickelt wurden. Diese werden zunehmend für Therapie und Coaching  entdeckt. Beim Improvisieren ist es essentiell Impulse von anderen achtsam wahrzunehmen und  aus dem Moment heraus zu reagieren. Eigene Planungsstrategien müssen  dabei blitzschnell losgelassen werden, die Spieler stürzen sich offen und mutig in den Spielfluss und verzichten dabei auf vorgefertigte Ideen.

Dabei besteht stets die Möglichkeit Fehler zu machen und die Notwendigkeit gemeinsam mit dem Scheitern kreativ umzugehen. Aus dieser Erfahrung entwickelt sich das Vertrauen in die eigenen Ressourcen und Bewältigungsmöglichkeiten. Dabei bewegen sich die Spieler im Spannungsfeld der Struktur der Erzählung und der freien Kreativität, welche diese mit Inhalt fällt. Sie müssen sich maximal in die Charaktere einfühlen, dürfen dabei jedoch nicht die Metaperspektive des Regisseurs verlieren. Dabei geht es nicht um die Selbstdarstellung, sondern primär darum den Mitspieler gut aussehen zu lassen und der Geschichte zu dienen. Die Spieler erleben sich dabei einerseits als authentisch und erweitern gleichzeitig stetig ihr persönliches Handlungsrepertoire, ein Prozess der mit dem Begriff der "erweiterten Authentizität" beschrieben wird. Mit Hilfe von Improvisationstechniken lassen sich sowohl bei den Patienten als auch bei den Therapeuten viele positive Prozesse in Gang bringen. So bedeutet Improvisation in der Therapie einerseits eine Erweiterung und Ergänzung therapeutischer Methodik, andererseits verbessert sie die Therapeut-Patienten-Beziehung und bieten dem Therapeuten Möglichkeiten der Weiterentwicklung und Selbstfürsorge. Letztlich bringt sie uns mehr Freude und Flowerlebnisse  in unseren Berufsalltag.  Die Übungen schulen  die soziale Wahrnehmung, aktivieren Ressourcen, führen zu einer größeren Flexibilität und Spontaneität und regen einen konstruktiven Umgang mit schwierigen Emotionen an. Sie lassen sich in vielen Bereichen optimal mit der Methode der DBT kombinieren.  Der Workshop legt  einen Schwerpunkt auf die Selbsterfahrung mit den Techniken der Improvisation. Gleichzeitig können viele  der erlernten  Übungen sowohl im Einzel- als auch im Gruppensetting therapeutisch unmittelbar genutzt werden.

Ziele

  • Kennenlernen der Grundprinzipien der Improvisation
  • Kennenlernen der Übungen durch  Selbsterfahrung
  • Anwendung der Übungen im Einzel- und Gruppensetting

Inhalte

  • Grundprinzipien 
  • Akzeptieren und annehmen 
  • Handeln  aus dem Moment 
  • Behaupten 
  • Umgang mit  Scheitern 
  • Spiel mit dem Status 
  • Konflikt 
  • Story telling 
  • Umsetzung im einzel- und gruppentherapeutischen Kontext

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